Purple Crying. Der Begriff des Lila Weinens

Purple Crying- wieder so ein neu eingeführtes englisches Wort. Was heißt es überhaupt und was soll damit bitte gemeint sein? Auf deutsch: Lila Weinen. Okay, mhmm. Noch nie davon gehört? Macht nichts. Ich auch nicht. Deshalb habe ich mich mal schlau gemacht und für euch recherchiert.
Die Definition per se:
P - Höhepunkt des Weinens (Peak of Crying)
U- unerwartet (unexpected)
R- widersteht beruhigend (resists soothing)
P- schmerzähnliches Gesicht (pain-like face)
L- langlebig (long-lasting)
E- Abend (evening)
Ganz simpel formuliert bedeutet es also nichts anderes, als den Versuch eine bisher ungeklärte Phase im Leben eines Neugeborenen einen Namen zu geben. Er soll Eltern besser durch diese oftmals unbefriedigende und anstrengende Zeit, begleiten. Aber allen voran, soll der Begriff des Lila Weinens verstehen helfen um Kindesmissbrauch vorzubeugen. (Shaken-Baby-Syndrom) Der Umgang mit Lila- Weinen kann sich manchmal unmöglich anfühlen. Nicht immer steckt ein Problem oder eine Krankheit dahinter, wenn Babys schreien. Es ist anfangs ihre einzige Form der Kommunikation. Die Gesellschaft macht es uns dabei auch nicht unbedingt leichter - wenn ein Baby in der Öffentlichkeit schreit, drehen sich viele Köpfe um und oftmals begegnet man gar einem Kopfschütteln, gefolgt von missbilligenden oder mitleidigen Blicken. Ja, als frischgebackene Mutter sich dann mit seinem schnell schreiendem Baby noch aus dem Haus zu trauen, ist ganz klar eine Challenge de-luxe. Aber, liebe Mamas, hier die gute Nachricht:
Die Phase des Lila-Weinens beginnt, wenn euer Baby etwa 2 Wochen alt ist und endet in der Regel meist mit drei, vier Monaten. Ihr seht also- diese Zeit hat ein Ende. Und nicht immer sind es Hunger, eine nasse Windel, Müdigkeit oder Koliken die euer Kind dazu veranlassen zu weinen. Denn trotz all euren Bemühungen, das schreiende Kind zu beruhigen, klappen Wippen, Hüpfen, Pucken, Tragen oder all eure andren Tricks beim Purple-Schrei nicht und euer Kind weint weiter. Die Definition des Lila-Schreis ist die, dass er absolut unerwartet ist und jegliche Beruhigungsversuche fehlschlagen. Er kann aus dem Nichts kommen, meist zu den Abendstunden hin und scheint auch ohne jeglichen Grund zu sein. Und genau so kann er auch unerwartet wieder aufhören. Nur was könnt ihr trotzdem tun? Die Phase aussitzen? Abwarten und Tee trinken? Gibt es überhaupt eine Lösung für diese Lebensphase? - Ja, die gibt es. Selbst wenn sie nur darin besteht euch einen Plan zurecht zu legen, wie ihr damit umgehen wollt, um gesund zu bleiben und die Nerven zu bewahren. Merkt euch: wenn euer Baby satt ist, eine frische Windel hat, ihm weder zu kalt noch zu heiß sein kann, es nicht müde ist und auch sonst scheinbar nichts sein kann, was es zum Schreien veranlasst, dann probiert es mit Folgendem:
Nähe - ein Kind wird neun Monate im Bauch getragen. Tragt es dann einfach weiterhin viel. Was spricht dagegen? Dass ihr eure Kinder verwöhnt? Nein, das kann man nicht. Noch nicht in diesem Alter. Im Gegenteil. Nah bei euch zu sein, euch zu fühlen, zu riechen, kann helfen, damit sie sich beruhigen. Es erinnert sie an die Geborgenheit im Bauch. Das sanfte Schütteln und Wiegen das dabei entsteht, löst die innere Unruhe und das ein oder andre Baby wird sich daraufhin auch beruhigen.
Melodien - Kinder reagieren auf eure Stimme. Sie kennen sie schon seit dem 7. Schwangerschaftsmonat. Egal ob ihr nur mit ihnen sprecht oder ihnen vorsingt. Probiert es aus. Viele Kinder haben eine Lieblingsmelodie oder eine Präferenz worauf sie reagieren. Dabei lernt ihr eure Kinder auch kennen.
Unterhaltung - Ablenkung schaffen. Auf verschieden Dinge im Raum zeigen, ein Buch aufschlagen, sich vor den Spiegel stellen. Manchmal hilft es, damit sie aus dem Weinen rauskommen.
Babymassage - die Babymassage löst innere Prozesse aus. Diese helfen den Kindern dabei Ruhe zu finden.
Und wenn all das nicht klappt oder immer nur für kurze Zeit, dann legt selbst mal eine Pause ein. Sei es, dass ihr euer Kind dem Partner, der Oma oder einer anderen Bezugsperson überlässt oder es auch mal kurz an einem sicheren Ort im Haus ablegt und 3x tief durchatmet. Das ist kein Versagen und es bedeutet nicht, dass ihr eine schlechte Mutter seid. Im Gegenteil - es bedeutet nur, dass ihr eine Pause braucht um wieder stark zu sein. Am besten könnt ihr für eure Kinder da sein, wenn ihr ausgeglichen seid und selber innere Ruhe ausstrahlt. Mama sein ist oft schwer. Denn diese kleinen wunderbaren Wesen unterziehen euch schon oftmals einer Bewährungsprobe und das eine oder andere Mal ist man damit auch überfordert. Frustration mit frühem Weinen ist die Hauptursache für Kindesmissbrauch. Aus diesem Grund ist es so wichtig zu wissen, dass die Periode des Lila-Weinens existiert, dass sie normal ist und dass es Wege gibt, damit umzugehen.
Also liebe Mamas. Merkt euch- manchmal weinen eure Kinder ohne jeglichen Grund und ihr könnt nichts tun. Eure Kinder sind trotzdem kerngesund und es fehlt ihnen an nichts. Es ist nur eine Phase, die wieder vorüber geht.
