Was ist das nur immer mit dem Stillen?

Es gibt einen Grund warum führende Milchpulverhersteller wie Hipp oder Aptamil, sowohl auf ihren Produkten, als auch in den Werbungen angeben müssen, dass „Stillen, das Beste ist für ihr Kind.“ Keine Babynahrung ist so auf die individuellen Bedürfnisse eines Kindes angepasst, wie die von Muttermilch.
„Muttermilch ist in einzigartiger Weise an die Bedürfnisse von menschlichen Säuglingen angepasst und versorgt sie nicht nur mit den notwendigen Nährstoffen, um ausreichend zu wachsen und zu gedeihen, sondern beinhaltet zugleich eine Vielzahl an immunologischen Stoffen, die durch die Industrie nicht reproduziert werden können.“ (stillen-institut.com)
Stillen ist nicht nur gut für das Immunsystem, sondern stärkt zugleich die Mutter-Kind-Bindung. Der Körperkontakt tut dabei nicht nur eurem Baby gut, sondern stärkt auch eure Abwehrkräfte, unter anderem durch die Ausschüttung von reichlich #Oxytocin. Dieses Hormon hält uns gesund. So wird zum Beispiel euer Risiko an Brust-oder Eierstockkrebs zu erkranken gesenkt.
Gestillte Kinder bauen außerdem eine viel bessere Darmflora auf und leiden so später weniger häufig an Magen-Darm-Erkrankungen und Übergewicht.
Muttermilch bringt’s!
Sie passt sich dem jeweiligen Alter eures Kindes an. So bekommt es immer genau das, was es gerade braucht. Weder zuviel von Etwas, noch zu wenig. Der perfekte Shake aus Vitaminen, Antikörpern und Fetten.
Neugeborene nehmen ihre Umgebung zunächst nur unscharf wahr. Der Abstand von der Brust zum Gesicht der Mutter, kann hingegen klar und deutlich ausgemacht werden. So kann euer Kind beim Stillen mit euch Kontakt aufnehmen, was oben auf diesem Bild gut zu sehen ist.
Ein Flirt zwischen Mutter und Kind.
Zum Stillen braucht ihr deshalb vor allem Ruhe und Zeit. Leider kann dies im Krankenhaus nicht immer zu 100% gewährleistet werden. Eine Reihe an Untersuchungen macht euch ab und an einen Strich durch die Rechnung. Angefangen bei der Erstuntersuchung der Kinder, über Hüftultraschall, Hörtest und Co. Umso wichtiger ist es, die Zeit dazwischen optimal zu nutzen. Deshalb mein Tipp an euch:
Verzichtet so weit es geht auf Besuche. Ihr selbst seid gerade dabei euch kennenzulernen und erholt euch noch BEIDE von der Geburt. Klar, dass Oma und Opa, oder Geschwister darauf brennen, den neuen Familienzuwachs in Augenschein zu nehmen. Was auch völlig okay ist. Man selbst platzt ja auch vor Stolz und will seinen Sprössling zeigen. Doch von täglichen und vor allem andauernden Besuchen, rate ich euch dringend Abstand zu nehmen. So fühlt ihr euch weniger gestresst.
Stress ist nämlich schlecht für die Milchbildung. Und gerade in der Anfangsphase braucht ihr oft Nerven aus Drahtseil. Ich sage nur, Dauerstillen. Der Stressfaktor Nummer 1 für jede frischgebackene Mama. Der Fachausdruck dafür ist Clusterfeeding. Eure Kinder erwarten von euch ein 10gängiges Menü und das schon am 2. Tag nach der Geburt. Die Milch ist da oftmals noch knapp und eure Kinder müssen sich dann auch schon mal in Geduld üben. Die Natur hat das aber wie immer schlau eingefädelt- denn die Milchproduktion fungiert auf dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Heißt- je öfter ihr anlegt, desto schneller produziert euer Körper mehr Milch. Et voilà: am 3. Tage spricht man vom berühmt berüchtigten Milcheinschuss. Durchhalten heißt hier das Zauberwort.
Stillen muss oftmals gelernt sein. Denn nicht immer klappt es gleich auf Anhieb. Das solltet ihr wissen. Anstrengende Geburten, die richtige Technik und Position machen es Frau oft nicht leicht durchzuhalten. Von der ein oder andren wunden Brustwarze mal abgesehen. Fachpersonal steht euch aber immer mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt euch, wenn es nötig sein soll. Ansonsten bin ich der Meinung, auch im Hinblick auf das Stillen, der Natur ihren Lauf zu lassen und sich nicht immer all zuviel einzumischen. Immerhin finden rund 80% der Neugeborenen die Brust von allein, wenn man ihnen nur genug Zeit und Raum gibt.
Eure Kinder geben den Takt vor und sagen euch genau, wann sie gestillt werden wollen. Die Zunge rausstreckend, den Kopf zur Seite gedreht suchend in alle Himmelsrichtungen, die Faust im Mund und schmatzend, sind die typischen Hungerzeichen. Dann heißt es für euch:
„Busen raus, und o‘zapft is.“
