Über Wehentee, Einlauf & Co - die Einleitung auf Wunsch

19.06.2020
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Immer mehr Frauen drängen zum Ende der Schwangerschaft auf eine Einleitung. Selbstbestimmtheit wird heutzutage groß geschrieben. Wo, aber bleibt das Kind dabei? Die Geburt einzuleiten, bedeutet immer einen Eingriff in den natürlichen Geburtsverlauf und die Schwangerschaft mit Hilfe von Medikamenten zu beenden, indem man künstliche Wehen herbeiführt. 

Ein gut gemeinter Rat- wenn möglich Finger Weg, solange es vertretbar ist und die empfohlene Grenze (41+3 SSW) noch nicht erreicht ist. Es ist immer besser, wenn die Geburt auf natürliche Weise starten darf. Sei es durch Wehen oder Blasensprung. Neben Oxytocinen und Prostaglandinen schüttet ihr dabei nämlich auch noch Adrenalin und Endorphine aus, die euch helfen den Wehenschmerz anzunehmen und es dadurch leichter fällt in den Geburtsverlauf zu finden. Zudem sind euer Körper und Geist, PLUS euer Kind definitiv bereit loszulassen, und somit gut gerüstet für die anstrengende Bergtour, die der auf den Mount Everest gleicht. 

Trotzdem führt des Öfteren kein Weg an der Einleitung vorbei und wenn sie aus medizinischer Sicht notwendig und sinnvoll ist, absolut gerechtfertigt. Manchmal kommt es vor, dass aufgrund von mütterlichen Erkrankungen, wie Gestationsdiabetes oder Präeklampsie, die Schwangerschaft eingeleitet oder gar vorzeitig beendet werden muss. Das geschieht dann zum Wohle eurer Gesundheit und der eures Kindes. Auch ein viel zu großes Kind oder ein zu kleines Kind können Gründe sein. Darüber braucht ihr euch aber vorerst keine Gedanken zu machen, da sich das erst im Laufe der Schwangerschaft zeigt und ihr immer gut betreut werdet.

Seltener kommt es vor, dass eure Rezeptoren für Wehenhormone zu schwach ausgeprägt sind und euer Körper von selbst keine Wehen produzieren kann. Dann bleibt einem (so scheint es) nur der Weg der medikamentösen Einleitung. Hierzu ein kleiner Tipp meinerseits: 

Etwa 6 Wochen vor Geburt beginnt euer Körper mit der Produktion von Prostaglandinen. Diese bewirken, dass der Muttermund heranreift und sich verkürzt, durch erste Wehentätigkeit. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel, der durch Kohlenhydrate entsteht, hemmt aber dessen Produktion. Ihr seht:

Finger Weg! Zucker kann Wehen hemmen!

Grundsätzlich ist es sowohl für euch, als euch für euer Kind besser, die vollen 10 Tage nach dem Entbindungstermin abzuwarten. Denn nur 3-4% aller Kinder kommen tatsächlich am errechneten Termin. Nutzt diese 10 Tage also voll aus, sofern bei den Kontrolluntersuchungen alles in Ordnung ist.

Und zum Glück gibt es ja auch noch die eine oder andre Möglichkeit, um den Motor vor Ende der "Ablauffrist" zum Laufen zu bringen. 

Von geburtseinleitender Akupunktur, über Wehentee, wehenanregender Bauchmassage & Wehencocktail (den ihr bitte NUR nach Anordnung nehmt), bishin zu Eipollösung und Einlauf durch die Hebamme. 

Last but not least, vergessen wir mal nicht eine andere Art und Weise.  Einen Oldie, but Goldie: 

*Geschlechtsverkehr*

Zur Oxytocinausschüttung kommt hinzu, dass Spermien Prostaglandine enthalten, die dabei helfen können die Geburt auf eine gute alternative Art und Weise einzuleiten. Bleibt danach noch einige Zeit liegen, damit sie auch wirken können. Dazu noch eine Brustmassage, bei der ihr Muttermilch ausmassiert und voilà- vielleicht klappt's ja dann mit den Wehen. 

Einen Versuch sind diese kleinen Tipps und Tricks alle Mal. Sofern euer Körper bereit ist, wird er auch auf das eine oder andere ansprechen. 

Klar, oft ist zum Ende der Schwangerschaft die Luft draußen und ihr wünscht euch nichts sehnlicher als dass es losgeht. Zumal die letzte Zeit auch anstrengend sein kann. Da erscheint einem die Einleitung ab und und an schon sehr verlockend. Dabei vergisst man gut und gerne, dass eine Einleitung, wenn sie vorzeitig stattfindet, nicht immer unbedingt das Gelbe vom Ei ist, weil der Körper ja noch nicht bereit ist. Dann kann sie sich über Tage ziehen, mitunter habt ihr Schmerzen- sogenannte Prostinwehen bzw. Einleitungswehen, die vorerst keine Wirkung am Muttermund zeigen. Und das schlägt einem dann auch schon mal aufs Gemüt. Die psychische Komponente einer Einleitung darf man nie außen vor lassen. Das Hinwarten, dass etwas endlich etwas passiert, kann Nerven aufreibend sein. Zuhause bewegt ihr euch freier und könnt tun und lassen was ihr wollt und fühlt euch wohl. Das Krankenhaus bietet im Vergleich nicht all zu viele Alternativen.

Ihr seht, eine Einleitung auf Wunsch ist definitiv nicht empfehlenswert. Vor allem, da ihr stets gut beraten und überwacht seid. Ihr könnt somit guten Gewissens die vollen 10 Tage nach Entbindungstermin abwarten und in dieser Zeit mit oben genannten Tricks euer Glück probieren. So manches Kind, macht sich dann ja doch noch von selbst auf den Weg. Erst wenn dies alles nicht geklappt hat und die 41+3 SSW erreicht sind, führt kein Weg an einer Einleitung mit Medikamenten vorbei. Dann ist das eben so. Aber die Frage, ob man nicht noch hätte warten können, stellt sich dann nicht. Und was sind schon 10 Tage im Vergleich zu 9 Monaten des langen Wartens? Da kommt es doch letztlich auf ein paar Tage mehr auch nicht mehr an, oder?


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